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Wahl der richtigen flammhemmenden Arbeitskleidung

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Flammhemmende Arbeitskleidung schützt Beschäftigte in Branchen, in denen die Exposition gegenüber offenem Feuer, extremer Hitze oder Funken zum Arbeitsalltag gehört. Diese Kleidung wurde entwickelt, um die Ausbreitung von Flammen zu verzögern und bietet zuverlässigen Schutz für Arbeitnehmer.

Merkmale flammhemmender Kleidung

Diese Kleidungsstücke bestehen aus Materialien, die sich bei Kontakt mit Feuer nicht sofort entzünden. Sie sind in der Lage, Flammen zu isolieren, ihre Ausbreitung zu verlangsamen und sie selbstständig zu löschen.

Das wichtigste Merkmal flammhemmender Arbeitskleidung ist nicht, dass sie vollständig unbrennbar ist, sondern dass sie die Entzündungszeit verlängert und Flammen innerhalb von zwei Sekunden erlöschen lässt. Dadurch erhält der Träger wertvolle Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen.

Arten flammhemmender Materialien

Es gibt zwei Haupttypen von Materialien, die für flammhemmende Arbeitskleidung verwendet werden.

Appretierte Gewebe:

Dabei handelt es sich um Stoffe, die mit einer chemischen Ausrüstung wie Proban oder Pyrovatex behandelt wurden, um ihnen flammhemmende Eigenschaften zu verleihen. Diese Gewebe sind in der Regel kostengünstiger. Sie werden häufig für Schutzkleidung verwendet, die vor Schweißspritzern und Schleiffunken schützt.

Ein hoher Baumwollanteil sorgt für einen nahezu lebenslangen Schutz gegen Flammen und Hitze. Da Schweißspritzer und Schleiffunken bei jedem Gewebetyp Löcher verursachen, ist es wirtschaftlicher, für diese Anwendungen appretierte Stoffe zu verwenden.

Inhärent flammhemmende Gewebe:

Materialien wie Aramide (z. B. Nomex) und Modacryl besitzen von Natur aus flammhemmende Eigenschaften, die auch nach häufigem Waschen nicht nachlassen.

Diese Stoffe sind teurer, bieten jedoch eine längere Schutzdauer und sind meist robuster. Daher eignen sie sich besonders für weniger zerstörerische, aber dennoch gefährliche Arbeitsumgebungen wie die chemische Industrie.

Unterschiede zwischen inhärent flammhemmenden Geweben: Aramide versus Modacryl

Zum Schutz vor Feuer und Hitze kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz.

Aramide und Modacryl sind beide beliebte Optionen für flammhemmende Arbeitskleidung. Sie verfügen über unterschiedliche Eigenschaften, die sie für bestimmte Anwendungen besonders geeignet machen.

Aramide

Aramide wie Nomex und Conex sind inhärent flammhemmende Materialien, die sich besonders für weniger mechanisch belastende Tätigkeiten eignen, beispielsweise in der chemischen Industrie. Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Schutz vor flüssigen Chemikalien: Mit einer Fluorcarbon-Ausrüstung versehen, bieten Aramide einen ausgezeichneten Schutz gegen verschiedene Chemikalienarten. Zudem sind sie hydrophob, das heißt, sie nehmen weder Wasser noch andere Flüssigkeiten auf.
  • Langlebigkeit: Aramide sind äußerst verschleißfest und besitzen eine hohe Festigkeit. Dadurch haben sie eine lange Lebensdauer, was die höheren Anschaffungskosten relativiert.
Modacryl

Modacryl ist ebenfalls ein inhärent flammhemmendes Material. Es ist in der Regel günstiger als Aramide, aber teurer als appretierte Stoffe. Modacryl ist vielseitig einsetzbar.

  • Vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Modacryl eignet sich sowohl für leichte Schweiß- und Schleifarbeiten als auch für Tätigkeiten, bei denen Aramide verwendet werden. Dadurch ist es eine flexible Wahl für Unternehmen, die Schutz vor Feuer und chemischen Risiken benötigen.
  • Chemikalienschutz: In Kombination mit einer Fluorcarbon-Ausrüstung bietet Modacryl ebenfalls einen guten Schutz gegen chemische Spritzer. Diese Ausrüstung haftet gut an synthetischen Fasern von Modacryl-Geweben und verbessert den Schutz vor flüssigen Chemikalien.

Antistatische Eigenschaften

Beide Materialien können durch die Zugabe einer antistatischen Faser – meist Carbon – mit antistatischen Eigenschaften ausgestattet werden. Dies ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen elektrische Entladungen ein Risiko darstellen, beispielsweise in explosionsgefährdeten (ATEX-)Zonen.

Fazit

Die Wahl der richtigen flammhemmenden Arbeitskleidung ist entscheidend für die Sicherheit in risikoreichen Arbeitsumgebungen. Jedes Material bietet spezifische Vorteile – abhängig von den Anforderungen des jeweiligen Einsatzbereichs.

Langlebigkeit, chemische Beständigkeit und antistatische Eigenschaften sind zentrale Auswahlkriterien. Durch eine sorgfältige Abwägung dieser Faktoren können Unternehmen eine sichere Arbeitsumgebung schaffen und den Schutz ihrer Mitarbeitenden gewährleisten.

FAQ

  1. Was ist der wichtigste Vorteil flammhemmender Arbeitskleidung?
    Flammhemmende Arbeitskleidung verlangsamt die Ausbreitung von Flammen und verschafft Beschäftigten zusätzliche Zeit, um sich bei Kontakt mit Feuer, extremer Hitze oder Funken in Sicherheit zu bringen.
  2. Was ist der Unterschied zwischen appretierten und inhärent flammhemmenden Geweben?

    Appretierte Gewebe werden mit chemischen Ausrüstungen wie Proban oder Pyrovatex behandelt. Ihre Schutzwirkung kann mit der Zeit und nach vielen Waschgängen abnehmen. Inhärent flammhemmende Gewebe wie Aramide und Modacryl behalten ihre Schutzeigenschaften dauerhaft – auch nach häufigem Waschen.

  3. Welche flammhemmenden Materialien eignen sich am besten für die chemische Industrie?

    Für die chemische Industrie werden Aramide wie Nomex und Conex empfohlen, da sie langlebig sind und durch ihre hydrophoben Eigenschaften flüssige Chemikalien abweisen.

  4. Wie oft sollte flammhemmende Arbeitskleidung ersetzt werden?

    Die Austauschintervalle hängen vom Materialtyp und der Intensität der Risikoexposition ab. Sobald Beschädigungen am Gewebe auftreten, sollte das Kleidungsstück ersetzt werden.

  5. Gibt es flammhemmende Materialien mit zusätzlichem Schutz gegen elektrische Entladung?

    Ja. Sowohl appretierte als auch inhärent flammhemmende Gewebe können durch die Integration einer antistatischen Faser, beispielsweise Carbon, für den Einsatz in explosionsgefährdeten (ATEX-)Zonen geeignet gemacht werden.